Lernort Hauptschule Löhne-West

Ganztagshauptschule und Unterrichtsorganisation
Als erste Ganztagshauptschule des Kreises Herford hat sich unsere Schule schon seit ihrer Gründung der Aufgabe verpflichtet gesehen, ihre Räume und das Schulgelände durch ihre Nutzer den veränderten Lernformen entsprechend umzugestalten und weiter auszubauen. Ganztagsschule heißt für Lernende und Lehrende, dass die Unterrichtsorganisation durch eine für unsere Schule jahresbezogene Stundentafel im Interesse eines pädagogisch wirksamen Umgangs mit der Zeit in eigener Verantwortung gestaltet wird.
Mindestens an zwei Nachmittagen in der Woche lernen, arbeiten und spielen unsere Schüler in der Schule.
Die vier zusätzlichen Arbeitsstunden werden genutzt, um Hausaufgaben zu erledigen oder eigenverantwortliches Lernen zu stärken. Die Bandbreite in Bezug auf die Stundenanteile je Jahrgang und Fach bietet unserer Schule Möglichkeiten, die zeitliche Struktur des Unterrichtsangebotes zu gestalten und unsere Ressourcen flexibel auszuschöpfen. Eine standortbezogene Stundentafel heißt für uns, sie den Rahmenbedingungen anzupassen und vorhandene Freiräume zu nutzen.
So wird in bestimmten Fächern Epochalunterricht durchgeführt, um Einstundenfächer zu vermeiden. Der Sportunterricht wurde ausgeweitet, als die entsprechenden Raumangebote (neue Doppelsporthalle) zur Verfügung standen. In den Jahrgängen 5 und 6 wird der Fachunterricht Sport durch zwei Ergänzungsstunden zur Förderung der Sinneserfahrungen und Entspannung erweitert. Ein umfangreiches Angebot zur Sprachförderung und die computerunterstützte Förderung in Deutsch, Mathematik und Englisch (e-fit ) bilden weitere Schwerpunkte der Eingangsstufe. Zusätzlich ist der Lernbereich „Gestaltung“ (Musik, Kunst, Textiles Gestalten) mit vier Jahresstunden ausgeweitet worden.
In den Jahrgängen 7 und 8 ist das Differenzierungsangebot erweitert worden:
zusätzliche Förderstunden in den Hauptfächern, ein umfangreiches Wahlpflichtangebot und die feste Verankerung des computergestützten interaktiven Lernens durch zwei Wochenstunden Informatik.
Für die Jahrgänge 9 und 10 steht ein umfassendes Berufswahlorientierungskonzept zur Verfügung. Die Möglichkeiten im Wahlunterricht sind um die Bereiche Theater und Tanz erweitert worden. Der Wahlpflichtunterricht (WPU) als fächerübergreifender Projektunterricht (unter dem Motto „WPA“ = „Wir packen an!“) ist dem Schwerpunkt „Ökologie und Nachhaltigkeit“ besonders verpflichtet. Der Informatikunterricht ist in dieser Doppeljahrgangsstufe ausgebaut worden. Außerdem sind gezielte Fördermaßnahmen in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik entwickelt worden.
Arbeitsorganisation und Schulentwicklung
Mit der Entwicklung von Arbeits- und Lehrplänen in allen Fächern sind schulbezogene Akzente hinsichtlich des fachunterrichtlichen Angebots gesetzt und Arbeitsschwerpunkte für die Jahrgangsstufen herausgearbeitet worden. Unser Schulprogramm sichert durch die Erarbeitung von Konzepten in Arbeitsgruppen den Spielraum zur eigenverantwortlichen inhaltlichen Ausgestaltung des Unterrichts und den Formen des Lernens und eröffnet Entwicklungsperspektiven für unsere pädagogische Arbeit. Die Realisierung des Schulprogramms ist eng verknüpft mit der Entwicklungsplanung hinsichtlich des Personalbedarfs, dem Arbeitseinsatz und der Fortbildung und muss den Bedürfnissen der Beschäftigten Rechnung tragen.
Mit der Bildung von Jahrgangsstufenteams, der Entwicklung schulspezifischer pädagogischer Konzepte in Arbeitsgruppen, Qualifizierungsmaßnahmen und schulinternen Lehrerfortbildungen sowie optimaler Ressourcennutzung durch Übernahme befristeter Funktionen in unserer Schule sollen allen Lehrerinnen und Lehrern unserer Schule Möglichkeiten zur Entfaltung ihrer fachlichen, sozialen und personalen Kompetenz gegeben werden.
Die Hauptschule Löhne-West will ihre Arbeitsorganisation so gestalten, dass das „Lernen voneinander“ bei der Lösung konkreter Praxisprobleme systematisch gefördert wird.
Die Identifikation mit der eigenen Schule und die Verbesserung der Effektivität von Unterricht lassen sich nur durch Kooperation, kontinuierlichen Austausch und konstruktive Diskussion erreichen.
Der Entwicklungsprozess, der zu unserem Schulprogramm geführt hat, hat zur Stärkung des Wir-Gefühls beigetragen. In pädagogischen Konferenzen des Gesamtkollegiums, in Arbeitsgruppen zu selbstgewählten Arbeitsschwerpunkten und in Fach- bzw. Lernbereichskonferenzen ist in einem zweijährigen Prozess die pädagogische Grundorientierung des Kollegiums herausgearbeitet, sind tragfähige Konzepte entwickelt und schulbezogene Arbeitspläne erstellt worden. Eine umfassende Bestandsaufnahme hat dazu beigetragen, unsere Eigenschaften einer „guten Schule“ festzuhalten und den Blick auf zukünftige Entwicklungschancen zu eröffnen.
Dazu gehört auch, Belastungen der alltäglichen Arbeit in der Schule zu thematisieren, um wieder tragbare Perspektiven der Weiterarbeit zu eröffnen.
Dieser Gestaltungsprozess ist Ausdruck unserer gemeinsamen Verantwortung für unsere Schule. Unser Schulprogramm ist nichts Starres, sondern stets veränderbar und flexibel. Es ist ein Anfang zur Stärkung des Wir-Gefühls an der Hauptschule Löhne-West.